Lippes Gründung im Mittelalter

Veröffentlicht am 7. Mai 2018 in Geschichte(n)
  • 783 wurde die Siedlung Theotmalli, das spätere Detmold, erstmalig erwähnt.
  • 816 – 822 wurde das Relief an den Externsteinen geschaffen.
  • 948 gehörte das heutige Fürstentum Lippe, das seinen Name vom Fluß Lippe erhalten hat, zum Sachsenlande. Das Geschlecht der Grafen von Lippe lässt sich bis auf Hoold I. zurückverfolgen.
  • 1123 tauchte der Name Lippe erstmalig in einer Urkunde auf, in der die Edelherren und Brüder Bernhard I. und Hermann I. im Bezug zu Lippe genannt wurden.
  • 1036 wurde die spätere Stadt Oerlinghausen erstmalig erwähnt.
  • 1036 – 51 wurde die Siedlung Uflon, das spätere Salzuflen, zusammen mit einer Salzstelle erstmalig erwähnt.
  • 1149 wurde die späteren Stadt Lemgo erstmalig als Siedlung erwähnt.
  • 1151 wurde das spätere Dorf Heiden erstmalig erwähnt.
  • 1173 wurden die Gebiete um das heutige Lemgo, Detmold, Lage und Horn vom Paderborner Bischof Evergis belehnt.
  • 1190 gründete Bernhard II., der Sohn Hermann I., die Stadt Lemgo. In diesem Jahr begannen auch die Bauarbeiten an der Falkenburg.
  • 1226 gehörte Salzuflen den Grafen von Sternberg, einer Seitenlinie der Grafen von Schwalenberg.
  • 1228 verlegte Graf Volkwin IV. von Schwalenberg seinen Sitz nach Schwalenberg. Anerkannt als Stadt wurde sie jedoch erst zwischen 1231 und 1258. Aufgrund eines Schwundes an Bürgern, verlor sie diese jedoch noch vor 1506 wieder.
  • 1231 bestimmt der Paderborner Bischof Lemgo als Archidiakonatssitz.
  • 1240 Die Linie der Grafen von Sternberg teilt sich von der Linie der Grafen von Schwalenberg ab.
  • 1245 gründete Bernhard III. die Stadt Horn.
  • 1255 gründete Bernhard III. die Stadt Blomberg.
  • 1263 gründete Bernhard III. die Stadt Detmold.
  • 1274 ist das Gründungsjahr von Lage. Anerkannt als Stadt wurde sie jedoch erst zwischen 1360 und 1410 von Simon III.
  • 1295 schloss sich Lemgo dem Hansebund an.
  • 1322 gründete Graf Heinrich IV. von Sternberg die Stadt Salzuflen.
  • 1332 – 1358 erwarben die Nachfolger von Bernhard III. große Gebiete der Grafschaft Schwalenberg. Der Stern und die Schwalbe des Wappens von Schwalenberg, wurden später dem Wappen der Grafschaft Lippe hinzugefügt. Die Gebiete um Varenholz und Langenholzhausen wurden ebenfalls in diesem Zeitraum erworben.
  • 1345 wurde die Burg Horn neu aufgebaut.
  • 1348 wütete eine Pestepedemie in Lippe.
  • 1350 – 1366 wurde ertmalig die Burg Detmold erwähnt.
  • 1376 gründete Graf Heinrich V. von Sternberg die Stadt Barntrup.
  • 1400 brachte Simon III. durch Verpfändung die Städte Barntrup und Salzuflen, sowie die Burg Sternberg unter seine Herrschaft.
  • 1405 folgte auch die Grafschaft Sternberg. In diesem Jahr wurde auch Herzog Heinrich von Braunschweig, der durch die Eversteiner Fehde auf der Falkenburg gefangen gehalten wurde, gegen das Versprechen 100.000 Gulden zu zahlen, frei gelassen.
  • 1407 erreichte Herzog Heinrich bei Papst Gregor XII die Aufhebung seines geleisten Eides. Im gleichen Jahr begann er, gemeinsam mit Truppen des Bischofs von Paderborn, einen Feldzug gegen Lippe. Besonders schlimm traf es die Städte Detmold, Horn und Blomberg. Die Belagerung der Falkenburg war allerdings erfolglos.
  • 1430 brannte das Schloß Sternberg nieder.
  • 1448 kommt es zu einem großen Brand in Barntrup.
  • 1444 – 1449 wurden, unter Bernhard dem VII. während der Soester Fehde, die Residenzstadt Blomberg und Detmold zerstört. Lemgo und Horn wurden aufgrund von Geldzahlungen verschont. Die Falkenburg trotze den Angreifern.
  • 1453 brach, nach einem erfolgreichen Raubzug, bei den Vorbereitungen zu einem Fest, in der Küche der Falkenburg ein Feuer aus, durch das die Burg stark beschädigt wurde.
  • 1454 erbaute Bernhard VII. das Schloß Detmold neu.
  • 1460 erbaute Bernhard VII. das das Schloß Blomberg wieder auf.
  • 1511 wurde die Burg Detmold zum Residenz der lippischen Landesherren.
  • 1518 wurden in Lemgo Luthers Thesen gelesen. Von dort breitete sich die Reformation, gegen den Willen von Simon V., in Lippe aus.
  • 1528 wurde Simon V. der Reichsgrafentitel verliehen und Lippe damit zur Grafschaft erhoben.
  • 1531 wurde Salzuflen lutherisch.
  • 1535 wurden, aufgrund der Verordnung des Grafen Simon V. die Ämter in Lippe gebildet, die als untere Instanz der Landesverwaltung Verwaltungs- und Justizaufgaben übernahmen. Innerhalb der Ämter gab es wiederum Vogteien.

Ämter und Vogteien gegen Ende des 16. bis Anfang des 17. Jahrhunderts

Die obige Karte zeigt die Ämter Barntrup, Blomberg, Brake, Detmold, Horn, Schwalenberg und Varenholz-Sternberg, die Vogteien Falkenberg, Heiden, Lage, Oerlinghausen und Schötmar, sowie das Samtamt Oldenburg, welches gemeinsam mit dem Fürstbistum Paderborn regiert wurde. Dem kleinen Ort Grevenhagen kam eine Sonderstellung zu. Kirchlich gehörte er zum Fürstbistum Paderborn, Weltlich wurde er von Lippe regiert. Nicht alle Ämter entstanden 1535, einige wurden erst später ausgerufen.


Bevölkerungszahlen gegen Ende des 16. bis Anfang des 17. Jahrhunderts

  • Horn: 2.200 Einwohner
  • Salzuflen: 1.900 Einwohner
  • Lemgo: 1.600 Einwohner
  • Detmold: 1.100 Einwohner
  • Blomberg: 1.100 Einwohner
  • Alle weiteren rot abgebildeten Orte: 100 – 500 Einwohner
  • Grevenhagen: unter 100 Einwohner

Die Zahlen allein geben jedoch ein etwas verzerrtes Bild ab. Denn bei Horn und Salzuflen wurde auch die Bevölkerung im Umland dazugezählt. Bei Lemgo und Detmold hingegen, war das Umland in Vogteien unterteilt, so dass hier nur die Einwohner, die direkt in der Stadt lebten, aufgeführt wurden. Würde man die jeweiligen Vogteien mit einbeziehen, würde klar, dass tatsächlich bereits im Mittelalter Lemgo und Detmold die bedeutensten Zentren in Lippe waren. Was die Wirtschaftskraft angeht, hatte damals Lemgo, bedingt durch den Hansebund, etwas die Nase vorn. Aus Unterlagen geht hervor, dass auch Salzuflen sich im Mittelalter, aufgrund des Salzhandels, schnell entwickelte. Horn profitierte davon, dass Waren, die über den Paderborborner Raum in das Lipperland kamen, meist den Weg über Horn nahmen.